Der Biophilia-Effekt - die Kraft der Natur für positive Veränderung nutzen!
- Domi Hochwarter

- 10. März
- 5 Min. Lesezeit

Hallo bei meinem neuen Blog, ich bin der Domi und freu mich riesig, dass du da bist.
Für mich ist die Natur die Basis mentaler Gesundheit. Sind wir von der Natur entkoppelt, dann sind wir auch von uns selbst entkoppelt. Und das wollen wir ja nicht :) Darum erkläre ich dir in den nächsten Minuten, welche positiven Effekte eine tiefere Naturverbundenheit auf dich haben kann und was du dabei beachten solltest um den Wohlfühlfaktor nach oben zu schrauben 🌿.
Du erfährst in diesem Artikel:
Was der Biophilia Effekt ist
Welchen positiven Einfluss er auf uns Menschen hat
Was du konkret tun kannst um für dich diese positiven Effekte für körperliche und geistige Veränderungen zu nutzen
Was steckt hinter dem „Biophilia-Effekt“?
Der Begriff Biophilia setzt sich aus zwei griechischen Wörtern zusammen, bios - Leben und philia - Liebe und bedeutet Liebe zum Leben und allem Lebendigen. Wesentlich zur Wahrnehmung in einer breiteren Öffentlichkeit haben die Arbeit von Erich Fromm in "Die Seele des Menschen"und später Edward O. Wilson mit seinem Buch "Biophilia" beigetragen.
Biophilia bzw. der Biophilia-Effekt beschreibt die tief verwurzelte, evolutionäre (unterbewusste) Verbindung des Menschen zur Natur und die heilende Wirkung, die diese Verbindung auf unsere Psyche und unseren Körper hat.
„Es gibt eine Kraft aus der Ewigkeit, und diese ist grün.“
Hildegard von Bingen
Warum dein Körper „Grün“ braucht
Sowohl der Körper als auch der Geist und somit dein ganzes Wohlbefinden profitieren von Natur-Aufenthalten.
Positive physiologische Effekte
Heilungsprozesse bei Krankheit werden unterstützt
Herzfrequenz, Blutdruck: Schon nach wenigen Minuten im Wald sinken deine Herzfrequenz und dein Blutdruck messbar.
Zellschutz: Ein Tag (ca. 6-7h) im Wald kann die Aktivität deiner Killerzellen um bis zu 40% steigern – und dieser Effekt hält oft tagelang an. Bei 2-3 Tagen hält er sogar bis zu 30 Tage an!
Positive Psychologische Effekte
deine Stimmung wird verbessert und Zufriedenheit gesteigert.
Du wirst resilienter gegen die täglichen Belastungen im Job und Alltag.
Stress wird reduziert (als Folge eines gesenkten Cortisol-Spiegels)
Verbundenheit: Das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein, stärkt dein Ur-Vertrauen und führt zu mehr Selbstbewusstsein auf deinem Weg.
Wie macht die Natur das bloß?
Es gibt zwei Wege, wie diese positiven Effekte bei uns hervorgerufen werden:
Direkt: Pflanzen senden Botenstoffe aus, sogenannte Phytonzide (Terpene). Das sind chemische Verbindungen, mit denen Bäume untereinander kommunizieren (z.B. um sich vor Schädlingen zu warnen). Wenn du diese einatmest, kommunizieren sie direkt mit deinem Immunsystem und erhöhen die Anzahl deiner körpereigenen natürlichen Killerzellen (die Spezialeinheit deines Immunsystems).
Indirekt: Dein Gehirn reagiert auf Umgebungen mit uralten, evolutionären und tief abgespeicherten Programmen. Das vegetative Nervensystem schaltet in bestimmten Landschaften von „Stress/Kampf“ auf „Ruhe/Regeneration“ um.
Die perfekte „Erholungslandschaft“: Wo fühlst du dich am wohlsten, wo kannst du am besten entspannen?
Nicht jede natürliche Umgebung wirkt gleich auf uns, das Unterbewusstsein scannt permanent die Umgebung und entscheidet darüber ob Stress oder Relaxen angesagt ist. Ein dunkler Wald mit einer hohen Baumdichte und viel Totholz wirkt z.B.: wenig bis nicht entspannend im Vergleich zu einer offenen Landschaft mit sanften Hügeln und kräftigen Bäumen oder blühenden Sträuchern darauf.

Hier sind einige Beispiele für Stress reduzierende Landschaftselemente:
Wasser: Seen, ruhige Bäche, Lagunen, Flüsse oder das Meer

Pflanzen & Sträucher: Blumen, blühende Bäume und Sträucher, Gärten mit Obst und Gemüse, Beerenhecken und Orte, wo Vögel singen.

Bäume: mit ausladender Krone (Schutzgefühl), und zum Raufkraxeln
für weite Sicht und Überblick

Laut Studien ist die Savanne die am besten geeignetste Landschaftsform, um dem Gehirn Entspannung zu signalisieren. So eine Landschaftsform gibt es z.B: im Seewinkel im Nordburgenland

Alle Landschaftsformen und Umgebungen, die dem Überleben dienen, Lebensmittel und Schutz bieten, wirken (unterbewusst) entspannend.
Dein Praxis-Guide: Wie du richtig im Wald badest
Um nun die positiven Effekte der Natur zu genießen kannst du einfach im Wald baden gehen. Der Begriff Waldbaden kommt aus Japan (Shinrin Yoku), war ursprünglich ein Marketinggang und bedeutet wörtlich „Eintauchen in die Waldatmosphäre“. Es geht nicht um Sport oder Kilometer Abspulen, sondern um das bewusste Erleben der Natur mit allen Sinnen – nach dem VAKOG-Prinzip, denn das vereint alle positiven Biophilia-Effekte:
Visuell: Welche Grüntöne siehst du? Wie bricht sich das Licht in den Blättern?
Auditiv: Welche Vögel hörst du? Wie klingt das Rascheln des Laubs unter deinen Füßen?
Kinästhetisch: Wie fühlt sich die Rinde eines Baumes an? Spür die kühle Luft auf deiner Haut.
Olfaktorisch: Wie riecht der Waldboden nach einem Regenguss? Schnupper an den Nadeln einer Fichte.
Gustatorisch: Wie schmeckt die Waldluft? (Oder vielleicht ein frisches Blatt Sauerklee am Wegrand?)

Tipps für die Waldbade-Praxis, die Vorbereitung:
Wahl einer entspannenden Naturlandschaft (ein paar Beispiele findest du weiter unten)
Gemütliche Kleidung anziehen
Anreise ohne Streß
Snacks und Getränke mitnehmen
keine Ablenkung - Handy im Auto oder gleich zu Hause lassen oder in den Flugmodus
Tipps für die Waldbade-Praxis und ein intensives Erlebnis:
Umgebung mit allen Sinnen wahrnehmen (ein Sinn nach dem anderen, "VAKOG")
Pausen machen, wenn notwendig - nicht bis zur körperlichen Erschöpfung
An schönen Plätzen, die dir gefallen auch mal länger sitzen bleiben und genießen
Werde wieder zum Entdecker und umarme auch mal einen Baum :)

Tipps für die Waldbadepraxis, steigere deinen Immun-BOOST
Wenn du für deine Gesundheit dein Immunsystem noch stärker aktivieren möchtest habe ich noch vier Tipps für dich:
Terpendichte: Diese ist tiefer im Wald höher, als am Rand.
Die Baum- bzw. Waldwahl: Nadelbäume wie Zeder, Kiefer, Fichte und Tanne sondern deutlich mehr Terpene ab als Laubbäume. Die Laubbäume mit der höchsten Terpen-Konzentration sind Buche, Eiche, Birke und Hasel.
Wetter nutzen: Bei Nebel oder direkt nach dem Regen ist die Konzentration der natürlichen Heilstoffe in der Luft am höchsten.
Dauer und Distanz: Beweg dich mindestens 2h auf einer Strecke von mindestens 2,5km, das erhöht die Produktion deiner natürlichen Killerzellen.
Übung: Die Ganzkörper Atmung
Für ein ordentliches Durchpusten und richtig tiefes Einatmen der Waldluft habe ich noch eine Atem-Übung für dich, los gehts:
Schulterbreiter Stand, Knie leicht abgewinkelt, Arme hängen locker herab
Einatmen: Brustbereich Öffnen und Arme in Kreisbogen seitlich nach oben führen
Ausatmen: Arme vor dem Körper zueinander führen mit parallelen Unterarmen. Hände zu Fäusten ballen, nach vorne beugen und in Hocke gehen, Ellbogen drücken sanft auf die Magengrube.
Öffnen, Fäuste lockern und wieder Einatmen und von vorne Beginnen
mind. 6mal wiederholen, und so oft wie es sich gut anfühlt
durch den Sauerstoff kann es einem schwindelig werden, daher vorsichtig herantasten
Bei Schwindel Übung beenden und ruhig weiter atmen
=> Ich wünsch dir viel Ruhe und gute Luft beim Üben :)
Tipps für Biophilia zu Hause
Du kannst dir den Biophilia Effekt auch zu dir nach Hause oder ins Büro holen:
Zimmerpflanzen: Sie sind deine kleinen „Sauerstoff-Fabriken“ und verbessern das Raumklima.

Naturbilder: Häng dir ein Poster von einem Wald oder einer schönen Landschaft auf – allein das Betrachten davon senkt den Stresspegel
.
Natürliche Düfte: Ein hochwertiges ätherisches Öl (z.B. Zirbe oder Tanne) bringt die Waldluft direkt zu dir.

Waldduft on demand
Schöne und erholsame Orte in und rund um Wien
Schwarzenbergallee / Schwarzenbergpark
Erholungsgebiet Wienerberg
Lainzer Tiergarten
Steinhofgründe
weitere Parks in Wien:
Pötzleinsdorfer Schlosspark
Türkenschanzpark
natürlich der botanische Garten :)
Nationalpark Donau-Auen (Eingang Lobau, Schloss Eckartsau, etc.)
Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel

Natürlich gibt es noch viele weitere schöne Plätze, wo du dein körperliches und geistiges Wohlbefinden steigern kannst, geh einfach dorthin, wo es dich hinzieht.

Wenn du Lust hast den Biophilia-Effekt einmal im Rahmen eines Coachings zu erleben, dann schreib mir einfach – ich begleite dich gern dabei, auch mal querfeldein.
Viel Spaß und Erholung im Grünen!
alles liebe, Domi
PS: Weiterführende Infos
Falls du noch tiefer in die Materie eintauchen möchtest, hier ein paar Links und eine Buchempfehlung:
https://www.bundesforste.at/fileadmin/publikationen/studien/WasserWege_Gesundheit.pdf
Der Biophilia Effekt / Clemens G. Arvay


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